Bannerwerbung – Ein Schritt nach Vorne und zwei zurück

Vor einigen Jahren waren sich alle sicher: Bannerwerbung im World Wide Web ist die Zukunft und Print stirbt aus. Zur Zeit sieht das ganz anders aus. Die Zahlen der ZAW (Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft) belegen, dass deutsche Unternehmen 2 Milliarden Euro netto für Anzeigenblätter ausgaben, allerdings nur 1,1 Milliarden für Onlinewerbung (ohne Google). Nach all den brutalen Nachrufen auf den Printbereich ist dieses Machtverhältnis ein Weckruf für alle Onlinewerbetreibende. Zwar ist die Revolution nicht als Ganzes gescheitert, denn Google, Facebook und Co. bauen weiter fleißig aus: Google im Bewegbildmarkt mit YouTube und Facebook mit seiner Suchfunktion und neuem Design (teilweise schon in Deutschland verfügbar).

Wer ist schuld?

Laut Lars Lehne (Google Deutschland Manager) sieht er vor allem Agenturen und Laien in der Schuld, da diese zu unkreativ zu Werke gehen und sich zu wenig Gedanken über das Medium machen. Dies ist teilweise zu unterstreichen – wer sich wenig mit dem Medium auskennt, sollte lieber Experten zu Raten ziehen. Was jedoch viel gravierender festzustellen ist: Wer klickt auf Banner-Ads? Zwar ist das Internet vom Targeting her viel effektiver als der Printbereich, da hier gezielt Suche, Bedürfnis und Bedarf ermittelt werden können, doch wer sagt, dass dies zum Klick/Kauf führt? Wer sich einmal anschaut, wie viel Bannerwerbung geschaltet wird und wie diese wirkt, wird schnell merken, dass wir hier einer Reizüberflutung zum Opfer fallen. Nicht nur das man Bannerwerbung irgendwie geistig ausblendet, nein, sie nervt viel mehr. Ein buntes Heer von Bildern und „Klick mich“-Slogans kann auf Dauer nicht funktionieren. Viel mehr muss sowohl beim Schalten der Werbung, als auch bei der Gestaltung auf eine saubere Lösung gesetzt werden. Zu dieser Erkenntnis kam man im Print auch. Nun gilt es diese auf den Onlinebereich anzuwenden.

Wo geht die Reise nun hin?

Die natürliche Suche von Google und Co. ist weiterhin das Nummer Eins Verkaufswerkzeug. Da hier wirklich die Qualität der Seite zählt, muss man sich hier langfristig etablieren. Auch Social Media wird immer wichtiger – vor allem darf auf Facebook gehofft werden. Hier sind große Dinge in der Pipeline. Auch Google AdWords ist weiterhin kurz- und mittelfristig an zu peilen. Bannerwerbung über Displayvertriebe dürfte in der Zukunft sehr stark zurück gehen. Man hat es einfach übertrieben. Erst wenn die User und Nutzer wieder Vertrauen zum Banner entwickeln, kann die Revolution Display-Ads weitergehen.